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Zur Jahresdienstbesprechung des Löschzuges 1, die am Samstag im Nordbögger Gerätehaus stattfand, konnte Zugführer Wolfgang Schimmel neben Bürgermeister Rainer Eßkuchen, 1. stellv. Bürgermeister Gerd Schmidt und Fachbereichsleiterin Edelgard Blümel auch eine Reihe von Gäste aus Reihen der Feuerwehr begrüßen. So waren zum Beispiel eine Abordnung der Hammer Feuerwehr (Bereich 8) und eine Delegation der befreundeten Löschgruppe Fröndenberg-Warmen Schimmels gefolgt.
In seiner Jahresbilanz ging Wolfgang Schimmel zunächst auf das Einsatzgeschehen in 2007 ein. Die meiste Arbeit bescherte den Bönener Brandschützern sicherlich der Orkan „Kyrill“, der im Januar über Deutschland hinwegfegte. Zu 48 Einsätzen musste der Löschzug 1 in der Nacht des Orkans und an den darauf folgenden Tagen ausrücken. Hinzu kamen 132 Einsätze, die das „Tagesgeschäft“ des Löschzuges bildeten:
- 4 Wassereinsätze -18 Ölspuren bzw. auslaufene Flüssigkeiten -16 Menschen in Notlage (z.B. hilflose Person hinter verschlossener Tür) -14 Sturmeinsätze (ohne Kyrill) - 2 Großbrände (Brand einer Reithalle, Brand in einem Holz-Recycling-Betrieb) - 5 Mittelbrände -24 Kleinbrände -12 Verkehrsunfälle - 2 Amtshilfen - 4 Tiere in Notlagen - 14 Brandvermutungen - 2 automatische Feuermeldungen - 2 ausströmendes Gas - 14 technische Hilfeleistungen - 4 Brandschutzerziehungen - 8 sonstige Einsätze
„Besonders tragisch ist es, dass es im vergangenen Jahr wieder drei tödliche Verkehrsunfälle auf der Autobahn A 2 gab, zu denen wir gerufen wurden. Bei unseren Einsätzen haben wir im letzten Jahr 23 Menschen retten und 19 verletzte Personen bis zur Übergabe an den Rettungsdienst versorgen und betreuen können, aber leider kam auch drei mal jede Hilfe zu spät“, so Zugführer Wolfgang Schimmel in seiner Bilanz.
Neben dem Einsatzgeschehen stand eine Reihe von Lehrgängen und Fortbildungsveranstaltungen auf dem Programm. Folgende Lehrgänge wurden besucht:
- Grundausbildung (Modul 3 und 4): Michael Brandes, Christian Szameitat, Dennis Geißen - Grundausbildung (Modul 1 und 2): Dominik Hahne, Thorben Lenze - Seminar für Ausbilder: Thomas Koerdt - Wehrführer-Lehrgang: Thomas Heckmann - ABC-1-Lehrgang: Mike Kosiol - Atemschutz-Gerätewart-Lehrgang: Mirco Berghaus - Atemschutz-Geräteträger-Lehrgang: André Renzel, Dennis Geißen, Thorben Lenze Gruppenführer-Lehrgang: Lars Kümmel - Drehleiter-Maschinisten-Lehrgang (erstmalig zwei Lehrgänge auf Standort-Ebene): Andreas Feih, Elmar Schreiber, Thomas Koerdt, Martin Krämer, Uwe Hasche, Lars Kümmel, Ronny Schreiber, Marc Düssler, Marcus Schnickmann
An verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen und Seminaren am Institut der Feuerwehr des Landes NRW nahmen Uwe Hasche, Marc Düssler, Niels Rudolf und Wolfgang Schimmel teil.
Zusammen mit den Arbeitsstunden, die die Gerätewarte für die Prüfung, Wartung und Instandsetzung der gesamten Ausrüstung (z.B. Fahrzeuge, Pumpen, Atemschutzgeräte und Leitern) leisteten, kam der Löschzug 1 im vergangenen Jahr auf insgesamt 7.675 Arbeitsstunden, die für die Aus- und Fortbildung, Übungsdienste und Einsätze geleistet wurden.
Den Jahresbericht der Jugendfeuerwehr verlas Sabine Löbbe aus dem Jugendleiter-Team. Auch hier wurde im letzten Jahr eine Menge Arbeit geleistet: Auf insgesamt 2.500 Arbeitsstunden blickt das vierköpfige Betreuer-Team (Niels Rudolf, Mirco Berghaus, Marcus Schnickmann, Sabine Löbbe und Tobias Jung) zurück – umgerechnet auf einen Arbeitnehmer mit einer 38-Stunden-Woche also eine fast viermonatige Vollbeschäftigung (pro Person!). Die Jugendfeuerwehr verzeichnete am Anfang des Jahres 2007 24 Mitglieder. Im Laufe des Jahres gab es sieben Zugänge und fünf Abgänge, so dass am Jahresende 26 Jungfeuerwehrleute mit einem Altersdurchschnitt von 14,3 Jahren den Nachwuchs für die „Blauröcke“ bildeten.
Höhepunkte bei der Jugendfeuerwehr waren im letzten Jahr die Ausrichtung einer Großveranstaltung zur Abnahme der Leistungsspange im Juni am Schulzentrum sowie die Organisation der internationalen Begegnung zusammen mit dem VfK Nordbögge, an der auch 40 Jugendliche aus der polnischen Partnerstadt Trzebinia. Ein weiteres Highlight war natürlich das traditionelle Pfingstzeltlager, das gemeinsam mit den Freunden der Feuerwehr Mengershausen (Niedersachsen) durchgeführt wurde.
Die hervorragende Jugendarbeit, die für stetigen Nachwuchs in der aktiven Wehr sorgt, lobten auch Bürgermeister Rainer Eßkuchen und Gemeindebrandinspektor Thomas Heckmann.
„Junge Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern, ist keine leichter werdende Aufgabe. Unsere Gesellschaft wird immer schnelllebiger, mobiler und bietet unterschiedlichste Freizeitangebote in Hülle und Fülle. Wenn sich Jugendliche dann doch für die Mitarbeit in der Jugendfeuerwehr und später für die aktive Wehr entscheiden, kann man ihnen das nicht hoch genug anrechnen“, so Thomas Heckmann.
In seinem Ausblick auf das Jahr 2008 ging Löschzugführer Wolfgang Schimmel natürlich auch auf das anstehende 100jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Bönen ein. Mit einem großen Aktionstag wird sich die Wehr am 31. Mai in der Bönener Fußgängerzone präsentieren und den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur darstellen, was „Feuerwehr heute“ bedeutet, sondern auch wie sich die Arbeit und die Strukturen in den letzten 100 Jahren verändert haben. Begleitet werden soll das Jubiläum von weiteren Veranstaltungen und Aktionen, über die in den kommenden Wochen noch gesondert berichtet wird.
Bürgermeister Rainer Eßkuchen erklärte in seinem Grußwort, dass er in diesem Jahr die von Ehrenwehrführer Wolfgang Kockerbeck initiierte Rauchmelder-Kampagne besonders unterstützen werde und sich dafür einsetzten wolle, dass alle Bönener Haushalte zum Jubiläum der Feuerwehr flächendeckend mit den kleinen Lebensrettern in den eigenen vier Wänden ausgestattet werden.
Sein Dank galt allen Kameradinnen und Kameraden, angefangen von der Jugendfeuerwehr bis hin zur Ehrenabteilung, für die fast tagtäglich zu leistende Arbeit und natürlich auch für die Vorbereitung und Organisation des Jubiläums. Es sei für ihn eine Wohltat zu wissen, dass er sich stets auf seine Feuerwehr verlassen könne. Von daher werde die Gemeinde Bönen auch in Zukunft alles unternehmen, um die erreichten Standards und die Ausrüstung der Wehr nicht nur zu erhalten, sondern stetig auszubauen. Sorgen bereiteten ihm lediglich die vielen und vor allem schweren Unfälle, zu denen die Feuerwehr auf die Autobahn A 2 gerufen werde. Angesichts der laufenden und noch kommenden Bauarbeiten müsse die Feuerwehr wohl leider damit rechnen, dass die Autobahn auch in den kommenden Jahre einer ihrer Einsatzschwerpunkte bleiben werde.  Zum Ende der Jahresdienstbesprechung standen die Beförderungen auf der Tagesordnung: Dominik Hahne und Thorben Lenze zu Feuerwehrmännern, Andreas Feih zum Oberfeuerwehrmann, Svenja Sroka zur Hauptfeuerwehrfrau, Lars Kümmel zum Brandmeister, Uwe Hasche, Niels Rudolf und Matthias Zumdick zu Oberbrandmeistern (Foto: Peter Thiemann) |